, Imfeld Patrik

Rudern, Kultur und viel Gegenwind: Clubreise an den Lago di Varese

Achtzehn Chamer Ruderinnen und Ruderer erkundeten Ende Mai den Lago di Varese. Neben intensiven Kilometern auf dem Wasser bot die Clubreise eine gehörige Portion lombardische Kultur, Sommerhitze und humorvolle Begegnungen.

Ende Mai machten sich achtzehn Ruderinnen und Ruderer des Ruderclubs Cham auf den Weg nach Italien, um mit drei Vierern und drei Zweiern den Lago di Varese zu erkunden. Die Anreise erfolgte individuell, doch pünktlich zum abendlichen Aperitif und dem anschliessenden Nachtessen fand sich die gesamte Chamer Delegation im Hotel zusammen.

Aller Anfang ist schwer – zu Wasser und zu Land

Der erste Rudermorgen begann mit einer kleinen logistischen Extrarunde: Bei der Fahrt mit der Buslinie N nach Schiranna wurde die richtige Haltestelle knapp verpasst. Nach dem ungeplanten Fussmarsch zurück zum Bootshaus folgte die Instruktion vor Ort. Neben der lokalen Fahrordnung wartete die erste technische Herausforderung: In Varese wird mit Schraubenschlüsseln statt Flügelmuttern hantiert.

Die zweite Hälfte des Vormittags verbrachte die Chamer Crew schliesslich auf dem Wasser. Der Lago di Varese präsentierte sich mit weitgehend unverbauten Ufern und machte einen sehr gesunden Eindruck. Ganz nebenbei lernten alle Teilnehmenden auch gleich, wie lokale Wasserkastanien aussehen.

Zwischen heiligem Berg und Kulturprogramm

Nach dem Mittagessen in der Mensa des Vareser Ruderclubs stand die Kultur im Vordergrund. Mit dem Bus ging es hinauf zum heiligen Berg (Santa Maria del Monte), der eine fantastische Aussicht auf die Stadt und den See bot. Es folgte ein Besuch im Museum Pogliaghi – der ehemaligen Villa und dem Atelier des Künstlers, welcher unter anderem die Westfassade des Mailänder Doms mitgestaltet hatte.

Der Rückweg führte die Gruppe bei hochsommerlichen Temperaturen von über 30 °C den traditionellen Rosenkranzweg hinunter – abwärts, der grossen Hitze geschuldet und ganz ohne Kapellen zu zählen. Der Abend fand bei einem feinen Nachtessen mit typisch lombardischer Speisekarte einen gemütlichen Ausklang.

Timing ist alles

Am Sonntag klappte der Ausstieg aus dem Bus in Schiranna auf Anhieb. Bei erneut herrlichem und heissem Wetter wurde nochmals eine intensive Trainingseinheit auf dem See absolviert. Nach dem obligaten Gruppenfoto und einer verdienten Dusche stärkte sich die Gruppe ein weiteres Mal in der Club-Mensa, bevor es am Nachmittag zur Stadtführung nach Varese ging.

Die Führung glänzte durch humorvolle Dynamik und unfreiwilliges Timing:

  • Beim Palazzo Broletto erfuhren die Chamer, dass dieser früher an einem Fluss lag, der heute unter der Strasse fliesst.

  • Das historische Baptisterium musste nach kurzem Betreten höflich wieder verlassen werden, da eine Taufe begann.

  • Die Basilika San Vittorio wurde gar nicht erst betreten, da kurz zuvor der Leichenwagen für eine Beerdigung vorgefahren war.

Als verlässliche Alternative erwies sich der erholsame Park der Villa Estensi (dem heutigen Gemeindehaus). Zum Abschluss durfte natürlich auch ein Abstecher zur Installation des World Rowing Cups nicht fehlen, die von den Chamern kurzzeitig lebhaft belagert wurde.

Danach trennten sich die Wege: Während einige die Reise in Varese oder Mailand verlängerten, trat ein Grossteil der Gruppe die Heimreise zurück in die Schweiz an.

Link zum Original Bericht.